2024 war das Jahr, in dem der erste große Deepfake-Betrugsfall Schlagzeilen machte. Heute ist daraus eine alltägliche Bedrohung geworden. Ein Vergleich.
Diese Seite vergleicht die öffentlich dokumentierte Bedrohungslage von 2024 mit der heutigen, Stand 2026. Sie wurde nicht 2024 verfasst, sondern im Nachhinein aus damaligen und heutigen Quellen zusammengestellt — als Lehrstück dafür, wie schnell sich Cyberkriminalität verändert, und warum die aediaevum Stiftung ihre Materialien fortlaufend aktualisiert.
der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland waren 2023 von Cyberkriminalität betroffen.
Quelle: Bitkom Research, Januar 2024
der Internetnutzerinnen und -nutzer waren in den letzten 12 Monaten betroffen — ein leicht rückläufiger Trend.
Quelle: Bitkom Research 2025
Die Betroffenheit insgesamt ist leicht gesunken. Doch ein Blick auf den wirtschaftlichen Schaden zeigt das Gegenteil: Er stieg von 267 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 289,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 — die Angriffe werden also seltener, aber dort, wo sie gelingen, teurer.
Quellen: heise online, 2024 · Bitkom/Verfassungsschutz, 2025
Der Hongkong-Betrugsfall mit 25 Millionen US-Dollar Schaden machte weltweit Schlagzeilen — eben weil er noch eine Ausnahme war, technisch aufwendig und teuer in der Umsetzung.
Drei Sekunden Audiomaterial genügen heute für einen Stimmklon — die Technik ist zugänglich, günstig und wird massenhaft gegen Privatpersonen eingesetzt.
Ransomware-Angriffe richteten sich 2024 vor allem gegen Unternehmen und richteten dort Schäden durch Verschlüsselung und Lösegeldforderungen an.
Zwei Drittel der Ransomware-Vorfälle bei Unternehmen gehen heute auf einen vorausgegangenen Identitätsangriff zurück — der Mensch, nicht die Software, ist der erste Angriffspunkt.
Der Hongkong-Fall erforderte aufwendige Vorbereitung: gesammeltes Videomaterial, mehrere simulierte Personen, eine ganze inszenierte Videokonferenz.
Stimmklon-Werkzeuge lassen sich heute im Darknet mieten — auch technische Laien können täuschend echte Betrugsanrufe gegen geringe Gebühren durchführen.
Quellen 2024: Cointelegraph, Februar 2024, Bitkom/Verfassungsschutz, August 2024 · Quellen 2026: ad-hoc-news.de, April 2026, it-daily.net, Mai 2026
Was 2024 eine aufwendige Ausnahme war,
ist heute ein Werkzeug, das jeder mieten kann.
Die Lernkurve der Angreifer kennt keine Pause.
Der Hongkong-Mitarbeiter erkannte den Betrug erst im persönlichen Gespräch mit dem echten Chef — diese einfache Regel gilt 2026 genauso.
Ob Deepfake-Videokonferenz oder Stimmklon-Anruf: Wer sofortiges Handeln verlangt, will verhindern, dass Sie prüfen.
Eine einfache Kontrollfrage entlarvte 2024 einen Deepfake-Versuch gegen Ferrari. Vereinbarte Codewörter wirken 2026 nach demselben Prinzip.